Kostencheck 2019: Die eigene Website

Welches Budget muss ich für die eigene Website einplanen? Welcher Preis ist gerechtfertigt? Ein Thema, das in Zeiten von Baukastensystemen und günstigen Freelancern aus dem Ausland wohl komplexer ist als je zuvor.

Die Antwort lautet wie so oft: Es kommt darauf an. Wir werden in diesem Artikel etwas Klarheit schaffen. Damit die Übersicht nicht verloren geht, hier eine Navigation mit der du direkt zu den Unterpunkten springen kannst.

1. Kosten für die eigene Website: Grundlagen

Bevor du dich in die Netzwelt stürzt, solltest du dir erst einmal bewusst machen, welchen Zweck du mit deiner Website eigentlich verfolgst. Genau davon hängen schließlich auch die Kosten für das Projekt ab.

 

Möchtest du lediglich einen kleinen (oder großen) Blog betreiben, um deine Erfahrungen im Netz zu teilen? Soll die Internetseite dein Unternehmen repräsentieren? Oder planst du über einen Online-Shop deine Produkte zu verkaufen?

Soll die Website Kunden generieren? Verkäufe erzielen? Leads generieren (beispielsweise für deinen Newsletter) ? Oder nur dein Unternehmen präsentieren? Welche Funktionen sind notwendig?

All diese Ziele benötigen ihre ganz eigene Herangehensweise mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Du solltest also vorab bereits genau wissen, wofür du deine eigene Website benötigst. Und dieses Ziel, egal ob du die Seite erstellen lässt oder selbst zusammenbaust, auch nie aus den Augen verlieren!

 

Websiteerstellung: Der Arbeitsablauf

Steht dein Konzept soweit, und ist ein klares Ziel definiert, kann die Umsetzung beginnen. Je gründlicher du dir vorab Gedanken dazu machst, desto einfacher (und meist auch günstiger) wird es im Nachhinein.

Um dir einen groben Eindruck zu vermitteln, wie die Websiteerstellung abläuft, sieh dir folgende Infografik an. Die Prozesse sind natürlich stark vereinfacht abgebildet.

Zum Thema Design: Hier scheiden sich oft die Geister. Oftmals wollen Kunden ihre ganz persönlichen Designwünsche umsetzen. Grundsätzlich ist das auch nicht verkehrt. Individualität ist immer gern gesehen. Jedoch kann hierbei schnell die Übersichtlichkeit & Bedienbarkeit leiden.

Wir empfehlen daher, das Designkonzept immer gemeinsam mit einem Experten auszuarbeiten. Anzumerken ist auch, dass die Umsetzung eines vollständig personalisierten Designs teurer ist, als auf bestehende Templates zurückzugreifen.

Die Individualität muss bei einem fertigen Template übrigens nicht verloren gehen. Mit ein paar kleineren Anpassungen lässt sich oftmals eine sehr schöne Lösung finden. Bei Startup & kleineren Unternehmen empfehlen wir i.d.R. eine Template-Lösung.

Übrigens: Auch unsere Website beruht auf einem Mix aus verschiedenen Templates. Und wir finden, sie kann sich durchaus sehen lassen.

Bei größeren Unternehmen lohnt es sich auf eine individuelle Lösung zu setzen. Das bedeutet: Die Seite wird von Grund auf per HTML/CSS, Javascript und PHP erstellt. Der Zeitaufwand ist hier zwar um einiges höher, jedoch lassen sich so alle individuellen Anforderungen erfüllen.

Hast du Fragen zu deinen Designvorstellungen oder noch gar keine Idee im Kopf? Kontaktiere uns gern für eine kostenlose Erstberatung.

2. Beispiel: Kosten für eine einfache Homepage/Blog

Genug mit dem Vorgeplänkel, sehen wir uns ein konkretes Beispiel an. Der Hobbykünstler Max Mustermann möchte seine neuesten Gemälde im Netz mit anderen teilen. Dazu will er vielleicht auch einen kleinen Blog erstellen in dem er seine Ideen und seinen Arbeitsalltag festhält.

Welche Kosten kommen dann auf ihn zu?

Die Kosten für eine einfache Homepage/Blog liegen damit bei einem Stundensatz von 70€ bei 10x70€ = 700€. Dazu kommen monatliche Kosten für die Verwaltung von 30 bis 50€.

Dieser Wert ist nur ein grober Richtwert und kann je nach Anforderungen und Stundensatz vom tatsächlichen Preis abweichen. Ich rechne hier exemplarisch mit unseren Preisen von tryseo.

Gerade bei der Contenterstellung kann auch einiges durch Eigenleistung eingespart werden, jedoch ist dies hinsichtlich SEO nicht immer Vorteilhaft. Mehr dazu unter 8. Kosten für Content und SEO

3. Beispiel: Kosten für eine Firmenwebsite

Nehmen wir nun an, Max Mustermann hat sich als Künstler selbstständig gemacht und ein eigenes Atelier eröffnet. Sein Unternehmen möchte er nun im Internet präsentieren und auch seine neuesten Gemälde.

Die Website wird jetzt etwas komplexer. Rechnen wir mit 6 Unterseiten (eine Homepage, Landingpage, Über-Uns Seite, Leistungen-Seite, Produktseite und eine Kontaktseite)

Bei einem Stundensatz von 70€ betragen demnach die Kosten für eine Firmenwebsite 22x70€ = 1540€. Dazu kommen monatliche Kosten für die Verwaltung von 30 bis 50€.

Je nach Projekt kann der tatsächliche Arbeitsaufwand nach oben oder unten schwanken. In diesem konkreten Beispiel wäre vor allem entscheidend, wie viele Produkte auf der Seite präsentiert werden sollen, und wie das umgesetzt wird.

4. Beispiel: Kosten für einen Onlineshop

Bei dem Thema Onlineshop wird es schwierig. Hier sind die Preisabweichungen wohl am größten. Das hat einen einfachen Grund. Es gibt fertige, kostenlose Shoplösungen wie etwa WooCommerce für WordPress, und es gibt individuelle Lösungen. Letztere können auch schnell mal Kosten im fünf- oder sechsstelligen Bereich verursachen. Der Programmieraufwand ist einfach enorm.

Welche Variante sinnvoller ist, hängt schlicht von den Anforderungen ab. Kleinere Händler & Unternehmen können durchaus mit WooCommerce zurechtkommen. Bei größeren Projekten bedarf es jedoch oft einer individualisierten Lösung.

Eine Einschätzung der Kosten für einen Onlineshop abzugeben ist daher extrem schwierig. Es spielen einfach zu viele Faktoren mit ein.

Für die Einrichtung eines einfachen WooCommerce-Shops mit 10 verschiedenen Produkten kann man rund 15 Stunden Arbeit einplanenBei einem Stundensatz von 70€ entspricht das 950€.

Dazu würden dann noch Kosten für die AGB´s, Datenschutzrichtlinien und das Hosting kommen. Das Thema SEO spielt gerade bei Onlineshops eine große Rolle. Wir empfehlen daher auch hierfür ein Budget einzuplanen.

Bei einer individuellen Lösung, die von Grund auf programmiert wird, lässt sich keine pauschale Aussage treffen. Wie vorab bereits erwähnt, spielen hier sehr viele Faktoren mit ein. Die Kosten werden aber fast immer im fünfstelligen Bereich landen.

 

5. Alternative: Günstige Freelancer aus dem Ausland

Plattformen wie Fiverr ermöglichen es seit kurzem relativ einfach Kontakt zu günstigen IT-Dienstleistern aus dem Ausland aufzunehmen. Gerade in Indien tummeln sich viele fähige Programmierer, die um ein vielfaches günstiger sind als Dienstleister hierzulande.

Sollte man daher auf diese Alternative ausweichen? Jaein. Unserer Erfahrung nach gestaltet sich oft die Kommunikation schwieriger als gedacht. Unter anderem auch wegen der Zeitverschiebung. Oftmals gibt es dann ein ewiges hin- und her, was den ganzen Prozess verzögert.

Gerade bei größeren Projekten, wie etwa einem individualisierten Online-Shop raten wir davon ab. Das Einsparpotenzial ist hier zwar am größten, aber auch das Konfliktpotenzial. Muss sich dann später ein andere Programmierer in den bestehenden Code reinarbeiten, ist das sehr mühselig und zeitauwendig. Daher sollte man hier von Anfang an auf einen langfristigen Partner setzen.

Geht es nur mal um ein kleines Snippet, oder eine kleine Grafikerarbeit, kann man dort durchaus sein Glück versuchen. Kostentechnisch lässt sich so auf jeden Fall einiges einsparen.

Zudem solltest du darauf achten, dass in deinem Auftrag „unlimited revisions“ eingestellt ist. Das bedeutet, dass unendlich viele Überarbeitungen im Service inbegriffen sein. Der Programmierer wird also so lange Verbesserungen durchführen, bis das Projekt deinen Vorstellungen entspricht.

6. Alternative: Website selbst erstellen

Die günstigste Alternative zum professionellen Webdesign ist es natürlich die Website selbst zu erstellen. Möglichkeiten hierfür gibt es viele. Verschiedene Baukastensysteme versprechen die eigene Website in nur wenigen Minuten.

Dabei solltest du dich aber fragen: Wie kann das sein? Ganz einfach: Der Funktionsumfang sowie die Anpassungsmöglichkeiten sind einfach stark eingeschränkt. Möchte man nur eine einfache Homepage, kann das als „Produkt von der Stange“ eine Lösung sein.

Wer technisch etwas versiert ist, und bereit ist genügend Zeit zu investieren, dem können wir die Kombination WordPress & Divi ans Herz legen. Darauf aufbauend lässt sich so gut wie alles bewerkstelligen. Plugins (also Erweiterungen) gibt es für beinahe jeden denkbaren Einsatzbereich. Auch wir arbeiten auf der Basis von WordPress. 

Einen vernünftigen Host für eine WordPress Seite bekommt man für rund 10€ pro Monat. Holt man sich dann noch einen Pagebuilder zur Hilfe (Unsere Empfehlung: Divi, ca. 90€ pro Jahr) kann man sich nach einiger Einarbeitungszeit eine schöne Homepage erstellen, ohne etwas von HTML, CSS und Co. zu verstehen.

 

Divi WordPress Theme

Hier sollte man aber das Kosten/Nutzen-Verhältnis abwägen. Sich in die ganze Thematik einzuarbeiten, und dann die eigene Seite schlussendlich aufzubauen, wird eine Menge Zeit in Anspruch nehmen. Und meist ist der erste Versuch auch nicht gerade eine Glanzleistung.

Grundsätzlich ließe sich aber in dieser Kombination eine eigene Website für rund 200€ im Jahr erstellen & verwalten. Alles in Eigenregie versteht sich.

7. Kosten für Hosting & Verwaltung

Wer sich seine Website erstellen lässt, muss neben dem einmaligen Einrichtungspreis auch die Kosten für das Hosting und die Verwaltung einplanen. Die Preise hierfür variieren von Agentur zu Agentur. Ich kann hier nur unsere Konditionen von tryseo wiedergeben.

Für Hosting und Verwaltung der Website fallen monatlich 30€ an. Darin sind Sicherheitsupdates und regelmäßige Backups enthalten.

Für alle die ihre Website selbst erstellen möchten:

Die besten Webhoster 2019

8. Kosten für Content & SEO

Jetzt wird es wieder sehr individuell. Suchmaschinenoptimierung kann unendlich teuer sein. Die Betonung liegt auf kann. Wieviel Aufwand für SEO sinnvoll ist, kommt wieder auf das eigene Projekt an.

6 SEO Tipps die du selbst umsetzen kannst

Abhängig davon, in welchem Markt man sich bewegt, ist auch der Aufwand & Nutzen von SEO. Sind die relevanten Keywords stark umkämpft? Dann kann es sehr schwierig (und teuer) werden eine Platzierung in der Top 3 zu erlangen. Womöglich ist das Budget dann in anderen Akquisekanälen besser aufgehoben.

Was du auch berücksichtigen solltest: Suchmaschinenoptimierung ist ein langfristiger Prozess. Man ist nicht mal eben so „fertig“. Es müssen ständig Anpassungen vorgenommen werden, um den Nutzer die beste Erfahrung zu liefern. Und damit schlussendlich auch von Google besser bewertet zu werden. Mit ein paar Platzierungen von wichtigen Keywords auf der Website ist es nicht getan.

Das Linkbuilding (Also der Aufbau von Backlinks, sprich: Verlinkungen auf deine Website) spielt hierbei auch eine große Rolle, welches auch kostentechnisch nicht zu unterschätzen ist. Ein möglichst natürliches Linkprofil aufzubauen ist ein langfristiges Projekt.

Zudem sieht SEO für jede „Art“ von Website anders aus. Bei einem Blog beispielsweise, bei dem der Fokus ganz klar auf dem eigenen Content liegt, sind andere Kennzahlen wichtig als bei einem Online Versandhaus. Das macht es auch so schwierig zu den Kosten eine pauschale Aussage zu treffen.

Mindestens kann man für SEO aber ein Budget von wenigen hundert Euro im Monat einplanen. Wenn dir jemand weniger verspricht, solltest du achtsam werden. Gerade in der SEO-Branche variiert die Qualität der Arbeit sehr stark. Viele betreiben SEO immer noch als wären wir im Jahre 2010.

9. Warum es sich lohnt, mehr Geld in die Hand zu nehmen

Qualität hat ihren Preis. Das muss nicht immer so sein, ist bei diesem Thema jedoch richtig. Wer seine Website selbst aufbaut, oder unprofessionelle Agenturen beauftragt, wird sich später mit hoher Wahrscheinlichkeit darüber ärgern.

 

Professionelles Design

Professionelle Webdesigner haben einfach ein Auge dafür. Wenn du mit deiner Website überzeugen willst, brauchst du auch ein modernes, ansprechendes Design. Dazu gehören auch Animationen und interaktive Elemente.

Nutzerfreundlichkeit

Gerade bei „selbstgemachten“ Homepages kommt es oft vor, dass vor lauter Design und Spielerein die Übersicht verloren geht. Darunter leidet die Nutzerfreundlichkeit und damit auch deine Conversion-Rate, dein Google Ranking, und im Endeffekt deine Zielerreichung.

Funktionalität

Im schlimmsten Fall ist sogar die Funktionalität der Website eingeschränkt. Falsche Verlinkungen oder fehlerhafte Kontaktformulare können sehr viel Ärger verursachen.

Zielerreichung

Das Wichtigste an deiner Website ist, dass sie ihren Zweck, wie auch immer dieser aussehen mag, erfüllt. Klingt logisch? Das Ziel wird in der Realität leider allzu oft verfehlt. Die richtige Strategie und eine saubere Konzeption sind entscheidend für den Erfolg im Netz.

SEO

Suchmaschinenoptimierung ist längst kein Geheimnis mehr. Die Zeiten in denen man mit ein paar Basics große Erfolge erzielen konnte sind vorbei. Wenn du wirklich starke Platzierungen erreichen willst, musst du entweder selbst sehr fit in der Thematik sein, oder du brauchst einen kompetenten Partner.

Wie wirst du dich entscheiden? Beauftragst du eine Agentur, weichst du auf günstige Freelancer aus, oder nimmst du das Projekt doch selbst in die Hand? 

Hannes Kaltofen

Hannes Kaltofen

Geschäftsführer von tryseo.de

Suchmaschinenoptimierung & Webdesign ist meine Arbeit & mein Hobby. In der Offline-Welt meist im Fitnessstudio oder mit Freunden anzutreffen.