Kurz gesagt: Fakten ordnen, Wirkung prüfen
- Eine Grounding Page ist laut dem Grounding Page Standard eine Referenzseite für Menschen und KI-Systeme mit überprüfbaren Fakten zu genau einer Entität.
- Weder Google noch OpenAI haben den Standard offiziell akzeptiert, und in elf geprüften Dokumenten der KI-Anbieter fehlt der Begriff.
- Was KI-Systeme über euch wissen sollen, gehört sichtbar ins HTML, denn laut der Google-Dokumentation zu KI-Funktionen müssen strukturierte Daten dem sichtbaren Text entsprechen.
- Auch eine bestehende Über-uns- oder Produktseite kann die Anforderungen des Standards erfüllen.
- Für eine Wirkung auf KI-Antworten gibt es bisher nur Messungen des Standard-Autors, ohne Kontrollgruppe.
- Weil KI-Zitate laut einer Ahrefs-Auswertung vom Oktober 2026 täglich stark schwanken, braucht jede Wirkungsmessung feste Prompts und mehrere Wochen.
Was ist eine Grounding Page?
Eine Grounding Page ist eine Referenzseite mit überprüfbaren Fakten zu einer Entität. Entität meint zum Beispiel ein Unternehmen, eine Marke oder ein Produkt. Die Seite soll Menschen und KI-Systemen helfen, die Entität eindeutig zu erkennen und Fakten richtig zuzuordnen. Die Kernfakten stehen sichtbar und strukturiert im Text, das Markup wiederholt sie für Maschinen.
Das Grounding Page Project legt den Begriff breit aus: Entscheidend ist die Funktion der Seite, deshalb können auch eine Über-uns-Seite oder ein LinkedIn-Profil diese Rolle übernehmen.

Warum KI-Systeme Fakten brauchen
Diese Funktion erfüllt die Seite im Grounding, als Referenz für eine Entität. Dabei stützt ein KI-System seine Antwort auf abgerufene Quellen.
Google beschreibt Retrieval-Augmented Generation ausdrücklich als Grounding. Das System holt relevante, aktuelle Seiten aus dem Suchindex und verlinkt sie in der Antwort. Bei Gemini heißt die Funktion Grounding with Google Search. Das Modell sucht dort selbst und nennt die Quellen.
Microsoft grenzt im Bing-Blog vom 6. Mai 2026 Grounding vom Ranking ab. Ranking fragt, welche Seite ein Nutzer besuchen soll. Grounding fragt, welche Informationen ein KI-System verantwortbar nutzen kann.

Gesucht werden dabei einzelne, belegbare Fakten mit klarer Herkunft. Fehlt ein solcher Beleg, darf das System auf eine Antwort verzichten.
Das Projekt nennt vier Risiken, die eine Grounding Page adressieren soll:
- Halluzinationen, also erfundene Fakten
- Verwechslung ähnlich benannter Entitäten
- fehlende Nennung in Antworten
- eine Dominanz englischer Quellen
Ob eine Grounding Page diese Risiken senkt, ist bisher nicht unabhängig geprüft.
Wer den Standard festlegt
Die vier Risiken beschreibt ein offener Vorschlag einer unabhängigen Initiative. Konzept und Architektur des Grounding Page Project stammen von Hanns Kronenberg. Die Domain des Projekts ist seit dem 15. November 2025 registriert.
Seit dem 26. Oktober 2026 gilt Version 2.0 des Standards. Teil A prüft die Page Quality (P-1 bis P-16). Teil B prüft die Reference Integrity, also die Verlässlichkeit der Verweise (RI-1 bis RI-7).
Das Siegel „Human Verified“ ist laut Standard eine Angabe des Herausgebers über seine eigene Prüfung. Ein Zertifikat vergibt allein das Projekt: den „Grounding Star“ für eine bestimmte URL. Weder Google noch OpenAI haben den Standard offiziell akzeptiert, das schreibt das Projekt selbst.
Was auf eine Grounding Page gehört
Auch ohne Anerkennung gibt der Standard den Aufbau vor: Eine Grounding Page nennt die Entität eindeutig und zeigt Fakten sichtbar. Version 2.0 legt dafür diese Bausteine fest:
| Baustein | Anforderung | Stufe |
|---|---|---|
| Name und Definition | Genau eine Hauptentität, in H1 und Lead eindeutig definiert | muss |
| Kernfakten | Sichtbar und strukturiert, die Form ist frei | muss |
| Abgrenzung | Unterschied zu ähnlich benannten Entitäten | soll |
| Identitätsverweise | sameAs nur auf genau diese Entität, auch im sichtbaren Text | muss |
| Schema.org Markup | Passender Typ, spiegelt den sichtbaren Inhalt | muss |
| Prüfvermerk | Prüfer und Datum sichtbar, identisch im Markup (reviewedBy, lastReviewed) | muss |
| Freigabe | Indexierbar, vor dem Livegang von einer Person geprüft | muss |
Für sameAs gibt es keine Mindestzahl. Wir erklären gesondert, wie Google Entitäten im Knowledge Graph führt.
Das Prüfdatum ändert sich nur nach einer dokumentierten Prüfung (ein Deploy zählt nicht). Die Kennung einer Entität bleibt über alle Sprachfassungen gleich, auch nach einer Umbenennung.
Neue Seite oder bestehende Seite?
Für diese Bausteine und ihr Markup verlangt der Standard keine neue Seite. Bestehende Über-uns-, Marken- oder Produktseiten fallen darunter, sobald sie die Anforderungen erfüllen.

Den Standard erfüllen kann aber nur eine Seite, deren Inhalt und Markup der Herausgeber vollständig kontrolliert. Ein LinkedIn-Profil bleibt deshalb eine Referenz, ohne die Anforderungen zu erfüllen. Beschreiben mehrere eurer Seiten dieselbe Entität, legt ihr eine davon als Referenzanker fest.
Eine eigene Seite empfiehlt das Projekt in zwei Fällen. Mehrere Entitäten müssen sauber getrennt werden, oder der Zweck einer Seite verhindert eine sachliche Darstellung.
SISTRIX nennt als Einschätzung ohne eigene Messung drei Anlässe:
- neue Marken mit wenigen Quellen im Web
- Umbenennungen oder Fusionen
- technisch komplexe Produkte
Für etablierte Marken hält SISTRIX eine eigene Grounding Page häufig für unnötig.
Die Trennung mehrerer Entitäten kennen wir wiederum aus unserer Kundenarbeit. Ein Kunde führt zwei Marken, und KI-Systeme verwechselten die beiden in ihren Antworten sehr oft. Wir haben deshalb die Über-uns-Seite neu geschrieben. Die neue Seite grenzt die beiden Marken voneinander ab und stellt eine davon in den Mittelpunkt.
Der Standard empfiehlt einen Link aus der normalen Navigation, etwa im Footer. Welche Entitäten ihr beschreibt, klärt eine Entity-Strategie für die LLM-Suche.
Ein Baustein neben Antwortseiten
Ob neue oder bestehende Seite: Die Grounding Page klärt, wer ihr seid und was ihr anbietet. Laut Bing werden Seiten eher für Grounding ausgewählt, wenn Fakten ausdrücklich auf der URL selbst stehen.
Wir leiten daraus ab: Für Kauffragen braucht ein KI-System mehr. Eine Frage wie „Wer fertigt Sondermaschinen in Kleinserie?“ beantwortet am ehesten eine Antwortseite, die genau diese Frage behandelt. Den Rahmen beschreibt unser Überblick zur GEO-Optimierung in fünf Bausteinen.
Dazu gehören einheitliche Namen. Bing rät zu klaren, einheitlichen Bezeichnungen und begründet das so: Klare Entitätsdefinitionen verbessern die Sichtbarkeit im Grounding und die Zitiergenauigkeit. Für euch heißt das: Firmen- und Produktnamen sind überall gleich, von der Website bis zum Datenblatt. Auch fremde Seiten gehören dazu. Wie Markensignale auf fremden Seiten wirken, beschreiben wir in einem eigenen Beitrag.
Erst den Ist-Zustand erfassen
Bevor ihr eine Seite baut oder umbaut, zeigt eine Messung, welche Fakten KI-Systeme schon über euch verwenden. Ein Beispiel aus unserer Arbeit: Für einen Hersteller von Steig- und Verladetechnik haben wir mit dem TRYSEO AI Visibility Tracker ausgewertet, wie fünf KI-Systeme ihn beschreiben.
Zwischen dem 7. Oktober und dem 3. November 2026 nannten rund 1.800 Antworten den Hersteller. Am häufigsten beschreiben die Systeme seine Produkte als leicht, das tun 21 Prozent dieser Antworten.
Ein zweites Merkmal ist der Ausgleich von Bodenunebenheiten an Leitern und Treppen. Der Hersteller beschreibt ihn auf seiner Website bei einigen Produkten. Wo KI-Antworten dieses Merkmal nennen, verbinden sie es allerdings zu 71 Prozent mit einem Wettbewerber aus dem Leiterbau. Mit dem Hersteller verbinden sie es zu 2 Prozent. Dahinter stehen 87 Antworten für den Wettbewerber und 3 für den Hersteller.
Hier kann eine gezielte Content-Strategie entgegenwirken, falls man dieses Attribut stärker pushen möchte.
Was zur Wirkung belegt ist
Über diesen Einzelfall hinaus ist der Mechanismus Grounding belegt. Wirkungsdaten zu Grounding Pages kommen bisher nur vom Standard-Autor, ohne Kontrollgruppe. Wir ordnen jede Aussage einer von drei Stufen zu:
- Dokumentiert: Ein Anbieter beschreibt es, oder eine unabhängige Messung mit offengelegter Methode zeigt es.
- Behauptet: Der Standard-Autor oder ein Anbieter gibt es selbst an, ohne Kontrollgruppe.
- Unbelegt: Bis zum 3. November 2026 haben wir keinen Beleg gefunden.
| Aussage | Stufe | Beleg |
|---|---|---|
| KI-Systeme stützen Antworten auf abgerufene Quellen | dokumentiert | Google, Microsoft |
| Strukturierte Daten müssen zum sichtbaren Text passen | dokumentiert | Google, Bing |
| Nachgerüstetes JSON-LD erhöht KI-Zitate nicht messbar | dokumentiert | Ahrefs |
| Kein KI-Anbieter erwähnt Grounding Pages | dokumentiert | Doku-Sichtung |
| KI-Crawler rufen die Projektseiten häufig ab | behauptet | Standard-Autor |
| Sichtbarkeit steigt nach dem Livegang | behauptet | Standard-Autor |
| Englische Fassung ist nötig | behauptet | Annahme des Standards |
| Mehr Zitate, Autorität oder Rankings | unbelegt | Suchprotokoll |
Dokumentiert: Grounding ja, Grounding Page nein
Den Begriff Grounding Page verwenden die KI-Anbieter nicht. Am 3. November 2026 haben wir dazu elf Dokumente von vier Anbietern durchsucht, von Google bis Perplexity.
Microsoft hat am 30. Oktober 2026 eigene Einstellungen für Training und Grounding angekündigt, gültig ab Februar 2027. Ein Seitenformat für das Grounding schreibt keiner der Anbieter vor.
Behauptet: Messungen des Standard-Autors
Die Messdaten stehen auf der Ergebnisseite des Projekts mit Stand 17. Juli 2026. Im Proof of Concept zählte es auf der eigenen Domain mit rund 140 URLs 40.723 Zugriffe von KI-Crawlern, gemessen über 28 Tage.
Im Praxisfall gingen bei einem Hotel am 30. Juni 2026 insgesamt 16 Grounding Pages live. Gemessen wurde wöchentlich über acht Prompts ohne Markennamen in sieben KI-Systemen. Die AI-Visibility stieg danach von 25,3 auf 34,4, ein Plus von 36 Prozent. Das Nachher-Fenster umfasst zwei Wochen, eine Kontrollgruppe nennt die Seite nicht.
Das Projekt legt die Grenzen selbst offen: Die Daten seien kein vollständiger Kausalbeweis. Ein Abruf ist noch kein Zitat (das schreibt der Autor selbst).
Unbelegt: was oft versprochen wird
Häufig liest man, eine Grounding Page bringe einer Marke diese Vorteile:
- eine höhere Wahrscheinlichkeit, in KI-Antworten zitiert zu werden
- mehr semantische Autorität durch gebündelte Informationen
- eine bessere Identifizierung im Knowledge Graph
- einen Vorteil im Ranking
Dafür fehlt bisher ein unabhängiger Beleg. Bei unserer Recherche im November 2026 haben wir keine unabhängige, kontrollierte Untersuchung zur Wirkung von Grounding Pages gefunden. Auch laut Forschungsseite des Projekts prüft keine der dort genannten Studien Grounding Pages direkt.
Nur angrenzend ist ein Preprint von WordLift vom März 2026. Angereicherte Entitätsseiten brachten dort in einem Laboraufbau 29,6 Prozent mehr Antwortgenauigkeit als einfaches HTML. Der Anbieter testet dabei sein eigenes Format, ohne Peer Review. Ein belastbarer Beleg bräuchte eine Vergleichsgruppe und feste Messfenster vorher und nachher, wie Ahrefs sie bei JSON-LD genutzt hat.
So prüfst Du die Wirkung selbst
Bis es diesen Beleg gibt, bleibt euch eine eigene Messung: ein Vorher-Nachher mit festen Prompts über mehrere Wochen. Zuerst prüfst Du, ob die Systeme die Seite abrufen dürfen:
- Die Seite ist indexierbar und darf in der Google-Suche mit Snippet erscheinen.
- Die robots.txt sperrt den OAI-SearchBot der ChatGPT-Suche nicht.
- Kein NOINDEX oder NOARCHIVE schließt die Seite derzeit von Copilot-Antworten aus.
KI-Zitate schwanken stark: In der Ahrefs-Auswertung vom Oktober 2026 waren bis Tag 2 zwischen 50 und 83 Prozent der Zitate vom ersten Tag verschwunden. Markennamen hielten sich deutlich länger als zitierte Websites. Für die Messung heißt das:
- Lege vor dem Livegang feste Prompts zu Firma und Produkten fest.
- Miss die Antworten mehrere Wochen lang (Geduld gehört zur Methode).
- Vergleiche neben den Nennungen auch die Attribute, die die Systeme euch zuschreiben.
- Wiederhole die Messung nach dem Livegang mit denselben Prompts.
Wie Du Prompt Tracking mit festen Prompts aufsetzt, zeigt unsere Anleitung. Ergänzend zeigt der Bericht AI Performance in den Bing Webmaster Tools (Public Preview), welche eurer Seiten Copilot zitiert. In euren Server-Logs erkennt ihr Abrufe am User-Agent, etwa ChatGPT-User oder PerplexityBot.
Häufige Fragen zur Grounding Page
Ist eine Grounding Page ein Rankingfaktor?
Das hat kein Such- oder KI-Anbieter bestätigt. Google nennt für AI Overviews und AI Mode keine zusätzlichen Anforderungen. Das Projekt selbst schreibt, eine Grounding Page sei kein direkter Rankingfaktor und keine Garantie, genannt zu werden. Ob sie euch für SEO und GEO nützt, zeigt erst eine eigene Messung.
Reicht die Über-uns-Seite als Grounding Page?
Ja, wenn sie die Anforderungen des Standards erfüllt. Dazu gehören eine eindeutige Definition im ersten Absatz, sichtbare Kernfakten und ein sichtbares Prüfdatum. Verdrängen Marketingziele die sachliche Darstellung, empfiehlt das Projekt eine eigene Seite.
Braucht die Grounding Page eine englische Fassung?
Das Projekt empfiehlt sie für wichtige Seiten. Es begründet das mit der Annahme, dass KI-Systeme auch bei deutschen Fragen englische Quellen heranziehen. In unserer Einordnung zählt diese Begründung zu den Behauptungen. Die Sprachfassungen verbindet ihr per hreflang, beide tragen dieselbe Kennung.
Was unterscheidet Grounding Page und Landingpage?
Die Grounding Page belegt, die Landingpage überzeugt. Den Unterschied macht der Zweck. Landingpages dürfen zuspitzen und führen zur Anfrage. Eine Grounding Page ist eine sachliche Faktenquelle ohne Werbesprache. Die Fakten darauf hat vor der Veröffentlichung ein Mensch geprüft. Beide Seiten ergänzen sich.
Ist die llms.txt eine Grounding Page?
Nein, beide haben wenig gemeinsam. Die Grounding Page ist eine sichtbare HTML-Seite, die llms.txt eine Datei nur für Maschinen. Laut FAQ des Projekts ist die llms.txt kein offizieller Standard. Google ignoriert solche Dateien in der eigenen Suche. Wir haben aufgeschrieben, was die llms.txt leistet und was nicht.
Wie oft prüfst Du eine Grounding Page?
Der Standard empfiehlt alle drei bis sechs Monate. Vor jeder substanziellen Faktenänderung sind eine erneute Prüfung und Freigabe nötig. Für die Siegel Human Verified und Grounding Star darf die letzte Prüfung höchstens zwölf Monate alt sein.
Fazit: Was ihr jetzt tun könnt
Prüft zuerst, welche eurer Seiten eure Fakten schon tragen. Macht die Fakten dort sichtbar und eindeutig, mit klarer Definition und Prüfdatum. Messt vorher und nachher mit festen Prompts, ob sich die KI-Antworten ändern. Beim Messen helfen wir gern: Mit unserem LLMO-Service messen wir, was KI über euch sagt.
Wir schauen uns an, wie ChatGPT und Gemini euer Unternehmen heute beschreiben. Danach sagen wir Dir, ob eine bestehende Seite reicht oder eine eigene Grounding Page sinnvoll ist. Schreib uns, welche Fakten KI über euch kennen soll.

