Leitfaden Prompt-Tracking im B2B: Wie Unternehmen ihre Sichtbarkeit in den KIs messen können

von | März 19, 2026 | GEO

Lange Zeit bedeutete digitale Präsenz vor allem eines: gute Rankings bei Google. Wer auf Seite eins stand, gewann Aufmerksamkeit, Klicks und Anfragen – und das ließ sich gut über klassische SEO-Tools messen.

Heute hat sich Sichtbarkeit verschoben. Immer mehr Menschen und B2B-Entscheider stellen ihre Fragen direkt an KI-Systeme, und diese entscheiden, welche Anbieter sie nennen. Doch die Messbarkeit dafür liegt außerhalb der klassischen SEO-Tools.

Die Lösung? Prompt-Tracking. In diesem Artikel verraten wir dir, wie du Sichtbarkeit in KI-Systemen messen kannst und welche KPIs du nicht aus den Augen verlieren solltest. Damit du in der Praxis direkt starten kannst, haben wir einen klaren Leitfaden für dich.

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Warum reichen klassische SEO-Tools fürs Tracking der Sichtbarkeit allein nicht mehr aus?

Traditionelle SEO-Plattformen wie Google Keyword Planner oder Search Console basieren auf Suchanfragen, die Nutzer bei Google tätigen. Sie analysieren Rankings, Keywords und Klicks in der Google-Suche – sie zeigen jedoch nicht, ob und wie deine Marke in KI-generierten Antworten erscheint. Im aktuellen KI-Zeitalter musst du diese Tools daher erweitern, um einen echten Überblick über deine Sichtbarkeit zu gewinnen.

Denn immer mehr Menschen stellen mittlerweile Suchanfragen an einen KI-Chat anstatt an eine Suchmaschine. Laut einer repräsentativen Umfrage von Bitkom nutzen etwa 50 % der Befragten KIs mindestens gelegentlich für Suchanfragen.

Im B2B-Umfeld nimmt KI sogar eine noch wichtigere Rolle ein. Eine Forrester-Studie ergab, dass 89 % der B2B-Käufer die KI im Entscheidungsprozess heranziehen. Was bedeutet das für dich? Wenn du die Sichtbarkeit in KIs nicht erfasst, hast du nur eine verzerrte Sicht.

AI Visibility: Sichtbarkeit bei ChatGPT, Google AI Overview und Co. über Prompt-Tracking messen

Klassische SEO-Tools greifen also nicht mehr, sobald Nutzer Antworten über ChatGPT, AI Overview, Perplexity oder andere Large Language Models (LLMs) suchen. Doch wie kannst du messen, ob und was eine KI über dein Unternehmen schreibt? Hier kommt das Prompt-Tracking ins Spiel.

Was ist Prompt-Tracking?

Prompt-Tracking beschreibt die systematische Analyse und Überwachung von Eingaben (Prompts), die Nutzer in KI-Systeme wie ChatGPT eingeben – und wie häufig die KI dabei eine bestimmte Marke oder ein Produkt erwähnt. Ziel ist es, herauszufinden:

  • Wie sichtbar ist deine Marke in der KI-Welt?
  • In welchem Kontext wird sie genannt?
  • Welche Wettbewerber tauchen ebenfalls auf?

Damit eröffnet sich für B2B-Unternehmen eine neue Dimension der Sichtbarkeitsanalyse jenseits der klassischen Suchmaschinenoptimierung.

Welche KPIs sind für AI Visibility wirklich entscheidend?

KPIErklärungAussagekraft
Brand Mention RateMit diesem KPI kannst du messen, wie oft KI-Systeme deine Marke oder dein Produkt bei definierten Prompts nennen.Ist deine Marke sichtbar, oder tauchst du vielleicht gar nicht erst auf, weil Wettbewerber hier dominieren?
ZitierhäufigkeitDu misst, wie oft Systeme deine Inhalte in KI-Antworten zitieren (Erwähnung) und wie häufig sie auf deine Website verlinken.Der KPI verrät dir, ob ChatGPT und Co. dich als vertrauenswürdige Referenz einstufen.
LCRS (LLM Consistency and Recommendation Share)Um dieses KPI zu erheben, analysierst du, wie konsistent dich eine KI bei ähnlichen Prompts empfiehlt.Mit dem KPI kannst du bewerten, ob deine Sichtbarkeit stabil ist oder zufällig entsteht.
Position in AI-ResponseMit diesem KPI prüfst du, an welcher Stelle deine Marke innerhalb der Antwort erscheint.Je besser deine Position, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Nutzer deine Brand wahrnehmen.
Share of VoiceDu vergleichst deine Nennungen direkt mit denen deiner Wettbewerber.Du kannst prüfen, wer das Themenfeld dominiert.
Context Match ScoreHier prüfst du, ob die KI deine Marke im korrekten inhaltlichen Zusammenhang nennt.Dadurch erkennst du, ob du in den relevanten Use Case Szenarien auftauchst.
SentimentEin Sentiment ist eine Art Stimmungswert, der analysiert, ob die KI positiv, negativ oder neutral über dein Unternehmen spricht.Der KPI hilft dir einzuschätzen, wie KI-Systeme dich bewerten.

Leitfaden: Wie kann dein B2B-Unternehmen mit Prompt-Tracking starten?

Um mit dem Prompt-Tracking zu starten, analysiere die bestehenden Keyword-Daten, finde deine Themen, probiere deine Prompts aus, checke deinen Referral-Traffic und nutze Monitoring-Tools.

Hier ist eine konkrete Anleitung:

1. Bestehende Keyword-Daten analysieren

Auch wenn klassische Tools limitiert sind, bieten sie wertvolle Anhaltspunkte. Keywords mit hohem Suchvolumen zeigen, welche Themen für die Zielgruppe relevant sind. Diese Begriffe können als Basis dienen, um Themencluster für Prompt-Analysen zu bilden oder Longtail-Keywords abzuleiten.

Semrush fand zum Beispiel in einer Studie heraus, dass etwa 57 % der Keywords, die eine KI-Antwort auslösen, unter 100 Anfragen pro Monat hatten. Das deutet auf hochspezifische Longtail-Keywords hin.

2. In Themen statt Keywords denken

In der KI-Welt zählt Kontext. Unternehmen sollten ihre Themen daher aus der Perspektive des Nutzers betrachten:

  • Welche Probleme lösen wir?
  • Welche Anwendungsfelder decken wir ab?
  • Für welche Zielgruppen ist unsere Lösung relevant?

Diese Fragen bilden die Grundlage für realistische Prompts, die Nutzer tatsächlich in Chatbots eingeben könnten. Denn in einem Chatbot-inspirierten Interface steigt die Anzahl natürlich formulierter Anfragen gegenüber einer traditionellen Suchbar laut Studien um etwa 139 %.

3. Eigene Prompts formulieren und testen

B2B-Unternehmen können selbst testen, wie ChatGPT oder Perplexity sie erwähnen. Um Ergebnisse sauber vergleichen zu können, solltest du strukturiert arbeiten. Jedes Prompt-Template erhält am besten eine eigene ID und einen eindeutigen Namen. Gib einen relevanten Prompt ein, zum Beispiel:

  • „Welcher Anbieter bietet die besten KI-Lösungen für das Bauwesen?“
  • „Welche ERP-Systeme sind für den Mittelstand empfehlenswert?“

Solche Tests geben Hinweise, ob und wie das eigene Unternehmen in Antworten erscheint – oder ob Konkurrenten dominieren.

4. Referral-Traffic auswerten

Ein weiterer Indikator: Der Referral Traffic aus Tools wie Google Analytics.

Wenn Besucher über chat.openai.com oder perplexity.ai auf die Website kommen, ist das ein direktes Signal, dass KI-Antworten dein Unternehmen verlinkt haben.

5. KI-Monitoring-Tools nutzen

Moderne Prompt-Tracking-Tools, z. B. von Otterly.ai, ermöglichen es, Prompts über mehrere Systeme hinweg zu überwachen. Sie zeigen:

  • Wie oft KI-Systeme deine Marke erwähnen
  • Wie der Share of Voice im Vergleich zu Wettbewerbern aussieht
  • In welchen Themenfeldern die Marke präsent ist

Behalte die KPIs im Auge, um Maßnahmen für deine Visibility einzuleiten und deinen Wettbewerbern einen Schritt voraus zu sein.

6. Maßnahmen aus dem Prompt-Tracking ableiten

Das Ziel liegt am Ende darin, wirkungsvolle Maßnahmen aus dem Prompt-Tracking abzuleiten, um deine Sichtbarkeit in den KI-Systemen zu verbessern. Hier sind einige Tipps, wie du dabei vorgehen kannst:

  • Priorisiere relevante Use Cases für dein Unternehmen
  • Identifiziere Sichtbarkeitslücken und Content-Gaps
  • Analysiere die Ursachen (fehlt es an Struktur, Ausrichtung, thematischer Tiefe oder positionieren sich Wettbewerber klarer?)
  • Passe Inhalte durch GEO-Maßnahmen an (integriere z. B. Vergleichstabellen, Zitate, Quellen usw.)
  • Stärke die Autoritätssignale (z. B. durch strukturierte Daten u. a.)

Vergiss außerdem nicht, den Maßnahmen Zeit zu geben, ihre Wirksamkeit zu entfalten, und den tatsächlichen Erfolg zu messen. Du möchtest deine Unternehmenswebseite auch für KI optimieren und dort sichtbar werden?

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Fazit: Prompt-Tracking als Schlüssel zur KI-Sichtbarkeit

Für B2B-Unternehmen ist Prompt-Tracking keine neue Mode, sondern eine neue Notwendigkeit. Wer verstehen will, wie künstliche Intelligenz Marken darstellt und empfiehlt, muss lernen, Prompts zu lesen, zu analysieren und zu optimieren.

Nur so bleibt man im Rennen – in einer Welt, in der KI zur neuen Suchmaschine geworden ist.

FAQ: Die häufigsten Fragen rund um Prompt-Tracking & KI-Sichtbarkeit im B2B-Marketing

Was ist Prompt-Tracking?

Prompt-Tracking ist die systematische Analyse und Überwachung der Eingaben (Prompts), die Nutzer in KI-Systeme (z. B. ChatGPT, Gemini) eingeben. Damit kannst du messen, wie oft die Systeme deine Marke oder ein Produkt erwähnen. Es zeigt deine Performance und Visibility bzw. die Präsenz auf den AI-Platforms.

Ist Prompt-Tracking ein Ersatz für andere KPIs?

Prompt Tracking ist eine Erweiterung von klassischen SEO-Analysen, um die Sichtbarkeit in den KIs wie ChatGPT, Google AI AI Overview oder Perplexity zu analysieren. Du solltest nichts dem Zufall überlassen und andere Insights nicht vernachlässigen, um Top-Rankings und häufige Citations zu erreichen.

Was ist das Hauptziel von Prompt-Tracking für B2B-Unternehmen?

Das Hauptziel ist die Messung der Markensichtbarkeit (bzw. Markenwahrnehmung) in der KI-Welt sowie die Identifizierung des Nennungskontexts und der Wettbewerber. Entscheidend ist die Marken-Erwähnung (Brand Mentions) in den Response.

Welche KI-Systeme sind für Prompt-Tracking relevant?

Systeme und Modelle, die Antworten generieren, wie ChatGPT, Claude, Perplexity, Google AI Overviews oder andere Large Language Models (LLMs) solltest du tracken. Achtung: Auch wenn Google AI Mode auf einer KI basiert, unterscheiden sich Darstellung, Quellenlogik und Antwortstruktur deutlich von klassischen Suchergebnissen. Deshalb musst du ihn separat analysieren.

Wie unterscheidet sich eine KI-Anfrage (Prompt) von einer Suchanfrage (Keyword)?

Ein Keyword ist oft kurz und produktorientiert („Hydrauliksystem Hersteller“). Ein Prompt ist eine natürlich formulierte, kontextbezogene Frage mit klarer Absicht.

Welche Metriken messen moderne KI-Monitoring-Tools?

Sie zeigen, wie oft KI-Systeme die Marke erwähnen und wie der Share of Voice (oft auch als Share of Model bezeichnet) im Vergleich zu Wettbewerbern aussieht. Außerdem geben sie dir einen Überblick, in welchen Themenfeldern die Marke präsent ist.

Wie bewertest du AI Responses entlang eines konkreten B2B-Use-Case?

Du definierst einen konkreten B2B-Use-Case und testest realistische Prompts aus Sicht deiner Zielgruppe. Anschließend analysierst du die AI Responses der AI-Plattformen hinsichtlich Markennennung, Kontext, Wettbewerbern und Argumentationslogik.

Ist Prompt-Tracking relevant für das Content-Marketing?

Ja, Prompt-Tracking stärkt dein Content-Marketing direkt. Du erkennst, welche Informationen in deiner Branche relevant sind, welche Quellen KI-Systeme zitieren und wo dir Inhalte fehlen. Daraufhin optimierst du deine Templates, entwickelst jede Version gezielt weiter und strukturierst deine Metadaten (Metadata) so, dass KI-Systeme deine Inhalte besser verstehen und häufiger nennen.

Referenzen:

Bitkom e. V. (2024, Januar 16). Internet-Suche im Wandel: Hälfte nutzt KI-Chats statt Suchmaschinen. Bitkom. URL: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Internet-Suche-Wandel-Haelfte-nutzt-KI-Chats

Forrester Research. (2024, November 20). B2B Buyer Adoption Of Generative AI. Forrester. URL: https://www.forrester.com/report/b2b-buyer-adoption-of-generative-ai/RES181769

Semrush Research Team. (2024). Semrush AI Overviews Study: Data & Insights on Google’s AI Results. Semrush Blog. URL: https://www.semrush.com/blog/semrush-ai-overviews-study/

Papenmeier, A., Kern, D., & Hienert, D. (2023). Starting Conversations with Search Engines – Interfaces that Elicit Natural Language Queries. ResearchGate. URL: https://www.researchgate.net/publication/368474426_Starting_Conversations_with_Search_Engines_–_Interfaces_that_Elicit_Natural_Language_Queries

Hannes Kaltofen

Hannes Kaltofen

Founder & Managing Director

Aktiv auf den SERPs (Suchergebnisseiten) seit 2018.

Während meines Studiums der Betriebswirtschaftslehre (BWL) bin ich tief in die Bereiche Affiliate-Marketing, Blogging und später das Agenturgeschäft eingetaucht. Seitdem unterstütze ich B2B-Unternehmen dabei, ihre Online-Sichtbarkeit und ihre Präsenz in KI-Systemen zu erhöhen.

Mithilfe von WordPress habe ich unzählige Websites erstellt, optimiert und erfolgreich in den Suchmaschinen positioniert.

Steffen Raebricht

Steffen Raebricht: Sales

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