Wie KI die Internetsuche revolutioniert – Auswirkungen auf Nutzer und Unternehmen in Deutschland

von | Sep. 22, 2025 | GEO

Die neue Realität der KI hat längst Einzug gehalten

Rezept für Pflaumenmus? Früher hätte ich bei Google gesucht, Rezepte auf Websites verglichen und mich durch Unmengen von Werbung gescrollt. Heute sage ich zu ChatGPT: „Rezept für Pflaumenmus mit Thermomix.“ Drei Sekunden später: fertige Antwort mit Tipps und Varianten.

Und diesen Text hier? Ich diktiere meine Ideen – ChatGPT macht aus daraus flüssig klingende Sätze.

Neulich installierte ich einer 73-jährigen Freundin das ChatGPT auf dem Handy. Erst Thermomix-Rezepte, dann Hilfe beim Stromvertrag-Wechsel. „Wie ein persönlicher Assistent“, staunte sie. Am nächsten Tag hatte sie ChatGPT bereits nach Orchideen-Pflege gefragt und sich Smartphone-Probleme erklären lassen.

Wer das einmal erlebt hat – diese mühelose, kontextuelle Art zu suchen – bleibt dabei, bei der Lösungsfindung zuerst die KI zu fragen. ChatGPT erreichte 100 Millionen Nutzer schneller als jede Technologie zuvor (Hu 2023). 

Was als neue Art des Fragens begann, wird zur größten Internet-Disruption seit der Erfindung der Suchmaschine.

Noch ist Google der unangefochtene König der Suche. ChatGPT liegt laut einer aktuellen NP-Studie mit einer Milliarde Suchanfragen auf Platz 13 – ein Zwerg im Vergleich zu Googles täglichen 13,7 Milliarden Anfragen (Venditti 2025).

Doch diese Zahlen können täuschen: KI-gestützte Suche breitet sich aus. Google selbst zeigt längst „AI Overviews“ vor den klassischen blauen Links und wandelt sich damit selbst zur KI. Der AI Mode von Google ist bereits in 180 Ländern verfügbar (Stein 2025).

KI-gestützte Plattformen wie ChatGPT gewinnen bei der Online-Informationssuche an Relevanz. Laut einer Statista Umfrage werden sie von 21 Prozent der Befragten in Deutschland genutzt, um online nach Informationen zu suchen (Kaiser, 2025). Mit 67 Prozent dominiert jedoch weiterhin die Suche über klassische Suchmaschinen wie Google oder Bing.

Das Entscheidende: Nutzer bleiben zunehmend auf den KI-Plattformen, statt auf externe Websites zu klicken. Was früher konkrete Webseitenbesuche für Unternehmen bedeutete, verschwindet in den Datensilos der KI-Firmen.

Um das zu verifizieren, muss ich nur von mir selbst ausgehen: Inzwischen rufe ich bei Fragen zuerst ChatGPT oder Claude auf und verifiziere die Daten, wenn notwendig, anschließend durch eine Google-Suche.

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Wenn Maschinen entscheiden, was uns angezeigt wird

Ultrakurze Zusammenfassung:

KI-Systeme „halluzinieren“ – erfinden überzeugend klingende, aber falsche Fakten. Nutzer vertrauen diesen selbstsicheren Antworten oft blind. Zusätzlich lassen KIs relevante Inhalte weg und bevorzugen Partner ihrer Anbieter. Fazit: Immer noch mit Google gegenchecken.

KI-Systeme präsentieren ihre Antworten mit beeindruckender Selbstsicherheit. Doch was sie uns als Fakten verkaufen, entspricht oftmals nicht der Realität. Die Systeme bedienen sich zwar aus dem Internet, aber sie halluzinieren auch – erfinden Zahlen, Namen oder ganze Zusammenhänge. Das Problem: Diese Ungenauigkeiten werden so überzeugend vorgetragen, dass sie schwer zu durchschauen sind.

Die Folgen reichen von alltäglichen Kaufentscheidungen bis zur politischen Meinungsbildung. Wenn ChatGPT bei einem Smartphone-Vergleich falsche Akkuleistungen angibt oder Claude die Zutaten eines Nahrungsmittels auflistet, kann das weitreichende Konsequenzen haben. Besonders problematisch: Nutzer vertrauen den KI-Antworten oft mehr als herkömmlichen Suchergebnissen, weil sie so natürlich und selbstsicher wirken.

Hinzu kommt ein grundsätzliches Problem: Die dominierenden KI-Systeme stammen größtenteils von nicht-deutschen Technologiekonzernen. Jedes Unternehmen hat eigene Interessen, die auch in die Algorithmen mit einfließen können. OpenAI, Google, Meta – sie alle haben ihre eigenen Geschäftsmodelle und Partner. Neutrale Informationsvermittlung ist deswegen nicht garantiert.

Ein weiteres Risiko bleibt oft unbemerkt: KI-Systeme zeigen nicht nur falsche Informationen, sondern lassen auch relevante Inhalte weg. Bei Produktvergleichen kann das beste Angebot unsichtbar bleiben, weil es nicht in den Trainingsdaten der KI stand oder weil der Hersteller keinen Deal mit dem KI-Anbieter hat. Nutzer erhalten dann nicht die objektiv beste Lösung, sondern eine kuratierte Auswahl – ohne es zu merken.

Deshalb bleibt Faktenchecking unerlässlich. Google eignet sich dafür nach wie vor gut: Zum Beispiel, indem man Originalproduktseiten besucht, mehrere Quellen vergleicht und Herstellerangaben prüft.

Wie sollten deutsche Unternehmen auf den KI-Wandel reagieren?

Ultrakurze Zusammenfassung:

KI-Traffic hat eine 4x höhere Kaufwahrscheinlichkeit als Google-Traffic, aber viele deutsche Unternehmen sind in ChatGPT & Co. unsichtbar und verlieren bereits Website-Besuche. Fazit: Doppelstrategie wird nötig – Google- UND KI-Optimierung, sonst droht in 3-5 Jahren Marktausschluss.

Für deutsche Unternehmen reicht es nicht mehr, nur bei Google sichtbar zu sein. Du musst auch in den Empfehlungen von ChatGPT, Claude und anderen KI-Systemen auftauchen – bei Produktvergleichen, Dienstleistersuchen oder lokalen Empfehlungen. Der Grund ist simpel: Obwohl der Marktanteil der KI-Suche noch klein ist, liegt die Kaufwahrscheinlichkeit Webseitenbesuchern, die von ChatGPT kommen, mehr als vier mal höher als bei klassischen Google-Besuchern (Tepper, 2025).

Bereits heute erleben viele deutsche Firmen einen spürbaren Rückgang ihrer Website-Besuche. Google AI Overviews und ChatGPT beantworten Fragen direkt, ohne dass Nutzer auf externe Seiten klicken müssen. Wer in diesen KI-Antworten nicht erwähnt wird, verliert potenzielle Kunden – oft ohne es zu merken.

Ein praktisches Beispiel aus unserem Unternehmen TRYSEO zeigt das Potenzial: Ein Großteil unserer Kundenanfragen kommt inzwischen direkt über ChatGPT. Bei Anfragen wie „Anbieter für B2B KI-Suchmaschinenoptimierung“ empfiehlt das System unsere Dienstleistungen. Diese Empfehlungen führen zu qualitativ hochwertigen Interessenten – mit konkreter Kaufabsicht.

Deswegen lohnt sich für deutsche Unternehmen eine Doppelstrategie: Google-Sichtbarkeit bleibt wichtig, aber parallel musst du deine Präsenz in KI-Systemen aufbauen. Das bedeutet strukturierte und detaillierte Daten auf deinen Unternehmenswebseiten, klare Unternehmensbeschreibungen und eine digitale Präsenz, die KI-Systeme leicht verstehen und verarbeiten können.

Wer diese Entwicklung ignoriert, riskiert nicht nur Umsatzeinbußen. In drei bis fünf Jahren könnte die KI-Suche bereits so dominant sein, dass Unternehmen ohne entsprechende Sichtbarkeit faktisch vom Markt ausgeschlossen werden. 

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Fazit: Chance und Risiko zugleich

KI-gestützte Suche bringt für Nutzer unbestreitbare Vorteile: schnelle, kontextuelle Antworten ohne mühsames Durchklicken verschiedener Websites. Diese Effizienz erklärt das rasante Nutzerwachstum und die hohe Zufriedenheit der Anwender. Doch die Technologie birgt auch erhebliche Risiken. Halluzinationen, Auslassungen und die Vermittlung falscher Daten als Fakten können Folgen haben. Nutzer sollten KI-Antworten daher immer kritisch hinterfragen und wichtige Informationen verifizieren.

Für deutsche Unternehmen eröffnen sich ebenfalls neue Chancen und Risiken. KI-Traffic bringt qualitativ hochwertige Interessenten mit konkreter Kaufabsicht – ein interessantes Potenzial. Doch je mehr Menschen ihre Antworten direkt von KI-Systemen erhalten, desto größer wird das Risiko des Unsichtbarbleibens. Unternehmen, die nicht in den KI-Empfehlungen auftauchen, verlieren potenzielle Kunden, ohne es zu bemerken.

Die Lösung liegt in einer intelligenten Doppelstrategie: Deutsche Unternehmen müssen ihre klassische Google-Sichtbarkeit pflegen und gleichzeitig ihre Präsenz in KI-Systemen aufbauen. Wer jetzt handelt, kann sich Wettbewerbsvorteile sichern. Wer wartet, riskiert den Anschluss zu verlieren.

Quellen:

Hu, K. (2023). „ChatGPT sets record for fastest-growing user base – analyst note“. Reuters. https://www.reuters.com/technology/chatgpt-sets-record-fastest-growing-user-base-analyst-note-2023-02-01/

Kaiser, G. (2025). „Beliebteste Plattformen zur Informationssuche in Deutschland 2025“. Statista. https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1615664/umfrage/beliebteste-plattformen-zur-informationssuche/

Stein, R. (2025, 21. August). „AI Mode in Search gets new agentic features and expands globally“. Google Blog. https://blog.google/products/search/ai-mode-agentic-personalized/

Tepper, S. H. (2025). „The GEO White Paper: Optimizing Brand Discoverability in Models like ChatGPT, Perplexity, and Google AI Overviews (Version 3.0, August 2025)“. Medium. https://medium.com/@shaneht/the-geo-white-paper-optimizing-brand-discoverability-in-models-like-chatgpt-perplexity-and-ee741613dfb3

Venditti, B. (2025). „ChatGPT Lags Far Behind Google in Daily Search Volume“. Visual Capitalist. https://www.visualcapitalist.com/chatgpt-lags-far-behind-google-in-daily-search-volume/#:~:text=Google%20Dominates%20Search%20Volume

Steffen Raebricht

Steffen Raebricht

Processes, Marketing & Sales

Content Creator seit 2015.

Kommunikationsexperte und SEO-Praktiker (oder: Experte für Suchmaschinenoptimierung). Bei TRYSEO verantwortlich für: Marketing, Vertrieb, eine agile Denkweise und Kundenzentrierung.

Steffen Raebricht

Steffen Raebricht: Sales

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